geträumt, 2017 /2018

11 pictures available


link exposition

link press

 

Skulpturengarten Dümmersee, Hüde (2017)

Kunst in der Region 2018, DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst, Hörstel (2018)

 

„geträumt“ (gebrauchtes Kissen, Metalldraht, Wolle)

Ein gebrauchtes Kissen hängt in der Luft, Gebrauchsspuren sind sichtbar. An einigen Stellen ist es aufgerissen, so dass die Füllung herausquillt.[nbsp] Eine Vielzahl von Linien scheinen aus dem Kissen in den umgebenden Raum zu drängen, sich miteinander zu verbinden, sich zu trennen, wieder zu verschwinden, [nbsp]sich zu verlieren. Ein großes Liniengeflecht, mal mehr und mal weniger dicht, umgibt das Kissen. Dem imaginären Schlafenden bietet es Schutz und damit Geborgenheit. Oder handelt es sich hier um einen Albtraum?

 

Das Wissen von der Assoziationskraft des Materials ist Ausgangspunkt für Christine Wamhof künstlerisches Werk. Durch bewusst gewählte Materialien aus dem Alltag, die zu Haut und menschlichem Körper in Bezug stehen, entwickelt das Werk der Künstlerin ein Eigenleben, in dem der Mensch zwar nicht erscheint, seine Spuren aber allgegenwärtig sind. Mal handelt es sich um Nylonstrümpfe, Latexhandschuhe oder Ohrenstöpsel. In den in der Ausstellung gezeigten Arbeiten verwendet Christine Wamhof Kleidungsstücke aus dem Kleiderschrank ihrer Jugend oder ein Kissen. Das, was gewöhnlich den Körper schützt, erscheint plötzlich empfindlich, zerbrechlich. Die entstandenen weichen, organischen Formen regen dazu an, das Kunstwerk als ein variables Objekt voller Poesie und Humor zu entdecken.

Gerlinde Buddrick