geschlüpft, 2017 (Skulpturengarten Dümmersee)

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„geschlüpft“ (diverse Kleidungsstücke)

Die Grundlage der Installation sind Kleidungsstücke aus der Jugend der Künstlerin. An jedem Kleidungsstück haften persönliche Erinnerungen, wenn auch vage. Hier, in diesem Kleiderschrank, stellvertretend für ihren ursprünglichen Aufbewahrungsort, haben sie noch einmal ihren großen Auftritt, erinnern in ihren organischen, amorphen Formen aber auch an eine aufgebrochene Schale, die ihrer früheren Funktion, zu schützen, enthoben worden ist.

 

Das Wissen von der Assoziationskraft des Materials ist Ausgangspunkt für Christine Wamhof künstlerisches Werk. Durch bewusst gewählte Materialien aus dem Alltag, die zu Haut und menschlichem Körper in Bezug stehen, entwickelt das Werk der Künstlerin ein Eigenleben, in dem der Mensch zwar nicht erscheint, seine Spuren aber allgegenwärtig sind. Mal handelt es sich um Nylonstrümpfe, Latexhandschuhe oder Ohrenstöpsel. In den in der Ausstellung gezeigten Arbeiten verwendet Christine Wamhof Kleidungsstücke aus dem Kleiderschrank ihrer Jugend oder ein Kissen. Das, was gewöhnlich den Körper schützt, erscheint plötzlich empfindlich, zerbrechlich. Die entstandenen weichen, organischen Formen regen dazu an, das Kunstwerk als ein variables Objekt voller Poesie und Humor zu entdecken.

Gerlinde Buddrick